Das Geschäftsjahr 2026 geht in die entscheidende Phase. Eine frühzeitige Hochrechnung zeigt, wo Ihr Unternehmen finanziell steht und welche Entscheide noch vor dem 31. Dezember geprüft werden sollten.
Ein Jahresabschluss ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht oder die Grundlage für die Steuererklärung. Richtig genutzt, liefert er wichtige Erkenntnisse über Rentabilität, Liquidität und finanzielle Stabilität. Vor allem schafft eine frühzeitige Vorbereitung die Möglichkeit, offene Fragen zu klären und wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen noch im laufenden Geschäftsjahr einzuleiten.
Wer dagegen erst im Frühling 2027 auf die definitiven Zahlen blickt, kann die Vergangenheit nur noch dokumentieren. Viele Entscheidungen lassen sich dann nicht mehr beeinflussen. Deshalb empfiehlt es sich, bereits im Herbst einen provisorischen Abschluss oder zumindest eine fundierte Hochrechnung per 31. Dezember 2026 zu erstellen.
1. Das voraussichtliche Jahresergebnis hochrechnen
Am Anfang steht eine realistische Einschätzung des erwarteten Geschäftsergebnisses. Wie entwickeln sich Umsatz, Bruttomarge und Personalaufwand? Welche grösseren Ausgaben fallen bis Ende Jahr noch an? Entspricht der erwartete Gewinn den bisherigen Zielen?
Mit einer belastbaren Hochrechnung werden Abweichungen früh sichtbar. Gleichzeitig entsteht eine verlässliche Grundlage für Investitionen, Ausschüttungen, Steuerzahlungen und das Budget 2027.
2. Investitionen bewusst terminieren
Stehen in nächster Zeit Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge, IT, Software oder Einrichtungen an, sollte deren Zeitpunkt geprüft werden. Entscheidend sind der betriebliche Nutzen, die Finanzierung und die vorhandene Liquidität. Eine Anschaffung sollte nie allein wegen eines möglichen Steuereffekts erfolgen.
Ist die Investition wirtschaftlich ohnehin notwendig, kann es dennoch sinnvoll sein zu beurteilen, ob Bestellung, Lieferung und Inbetriebnahme noch 2026 oder erst 2027 erfolgen sollen. Die konkrete buchhalterische und steuerliche Behandlung ist im Einzelfall zu klären.
3. Anlagevermögen und Abschreibungen überprüfen
Die Anlagenbuchhaltung sollte nicht erst bei der Abschlusserstellung bereinigt werden. Prüfen Sie, ob alle bilanzierten Anlagen noch vorhanden und betrieblich genutzt werden. Ausgemusterte, verkaufte oder nicht mehr werthaltige Vermögenswerte sind zu identifizieren und sauber zu dokumentieren.
Gleichzeitig sind die angewendeten Abschreibungen zu überprüfen. Dabei müssen die tatsächliche Nutzung, die wirtschaftliche Werthaltigkeit und die anwendbare steuerliche Praxis berücksichtigt werden.
4. Rückstellungen und Abgrenzungen dokumentieren
Bestehen konkrete Verpflichtungen oder erkennbare Risiken, sollten die entsprechenden Grundlagen frühzeitig zusammengestellt werden. Dazu können Garantiefälle, laufende Rechtsstreitigkeiten, Ferien- und Überzeitguthaben oder bereits entstandene, noch nicht fakturierte Aufwendungen gehören.
Nicht jede erwartete Ausgabe berechtigt automatisch zu einer Rückstellung. Eine nachvollziehbare Dokumentation erleichtert jedoch die fachliche Beurteilung und sorgt für einen effizienteren Abschlussprozess.
5. Offene Forderungen konsequent bearbeiten
Umsatz allein sichert keine Liquidität. Entscheidend ist, dass ausgestellte Rechnungen bezahlt werden. Unternehmen sollten ihre Debitorenliste deshalb noch vor Jahresende kritisch durchgehen:
Ein konsequentes Debitorenmanagement verbessert den Cashflow und stellt sicher, dass der Forderungsbestand im Jahresabschluss realistisch abgebildet wird.
6. Warenlager und Inventur vorbereiten
Unternehmen mit Warenbeständen sollten die Inventur frühzeitig organisieren. Verantwortlichkeiten, Stichtag, Zähllisten und Bewertungsgrundlagen müssen festgelegt sein. Beschädigte, veraltete oder schwer verkäufliche Artikel sind separat zu erfassen.
Je sauberer Warenwirtschaft, Inventarlisten und Finanzbuchhaltung abgestimmt sind, desto schneller und verlässlicher kann der Jahresabschluss erstellt werden.
7. Unternehmerlohn, Bonus und Dividende planen
Bei inhabergeführten Aktiengesellschaften und GmbH stellt sich regelmässig die Frage, wie der Unternehmer angemessen vergütet werden soll. Lohn, Bonus und eine spätere Dividende wirken sich unterschiedlich auf Unternehmen und Privatperson aus.
Bei der Planung sollten insbesondere Gewinn, Liquidität, Sozialversicherungen, Vorsorge und die persönliche Steuersituation gemeinsam betrachtet werden. Eine pauschale Lösung gibt es nicht. Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung des konkreten Falls.
8. Persönliche Vorsorge und Steuerplanung einbeziehen
Für Unternehmer endet die Jahresabschlussplanung nicht bei der Gesellschaft. Auch die persönliche Vorsorgesituation kann relevant sein. Dazu gehören mögliche Einzahlungen in die Säule 3a, Einkäufe in die Pensionskasse und die Planung der privaten Steuerbelastung.
Solche Schritte sollten frühzeitig geprüft werden, weil Zahlungsfristen, Vorsorgesituation und individuelle Steuerfolgen berücksichtigt werden müssen.
9. Mehrwertsteuer abstimmen
Vor dem Jahresende lohnt sich ein Abgleich zwischen Finanzbuchhaltung und den eingereichten MWST-Abrechnungen. Stimmen die deklarierten Umsätze mit der Buchhaltung überein? Wurden Vorsteuern korrekt erfasst? Gibt es ausserordentliche Geschäftsfälle, Privatanteile oder Nutzungsänderungen, die gesondert beurteilt werden müssen?
Früh erkannte Differenzen lassen sich in der Regel einfacher nachvollziehen und bereinigen als erst bei der definitiven Abschlusserstellung.
10. Lohnbuchhaltung und Lohnausweise vorbereiten
Auch die Lohnbuchhaltung sollte vor dem Jahreswechsel überprüft werden. Dazu gehören Jahreslohnsummen, Boni, Naturalleistungen, Geschäftsfahrzeuge, Spesen, Privatanteile sowie weitere für den Lohnausweis relevante Leistungen.
11. Steuerbelastung und Liquiditätsbedarf planen
Eine Gewinnprognose ermöglicht eine erste Einschätzung der mutmasslichen Steuerbelastung. So kann das Unternehmen rechtzeitig Liquidität reservieren und Akontozahlungen überprüfen. Neben der direkten Bundessteuer sind immer auch die kantonalen und kommunalen Steuern einzubeziehen.
Für das Steuerjahr 2026 hat die Eidgenössische Steuerverwaltung einzelne Werte angepasst. So beträgt der Ansatz für die Benutzung des Privatautos für den Arbeitsweg bei der direkten Bundessteuer 75 Rappen pro Kilometer. Die konkrete Relevanz für Unternehmer und Mitarbeitende hängt von der jeweiligen Situation ab.
12. Den Abschluss mit dem Budget 2027 verbinden
Die Analyse des Geschäftsjahres 2026 ist der ideale Ausgangspunkt für die Planung des Folgejahres. Ein praxisnahes Budget beantwortet zentrale Fragen:
Damit wird der Jahresabschluss vom reinen Rückblick zu einem aktiven Führungsinstrument.
Diese Unterlagen sollten Sie jetzt bereitstellen
| Bereich | Benötigte Grundlagen |
|---|---|
| Finanzbuchhaltung | Aktuelle Buchhaltung, Bankabstimmungen, offene Posten |
| Debitoren/Kreditoren | Listen, Mahnstatus, strittige oder gefährdete Positionen |
| Anlagen | Investitionen, Verkäufe, Ausmusterungen, Anlagenregister |
| Personal | Ferien, Überzeit, Boni, Naturalleistungen, Lohnausweisdaten |
| Vorräte | Inventurlisten, Bewertungsgrundlagen, veraltete Bestände |
| Risiken | Verträge, Garantien, Rechtsfälle, erkennbare Verpflichtungen |
| Planung | Budget, Liquiditätsplanung und Investitionen 2027 |
Fazit: Jetzt handeln statt später nur noch verbuchen
Ein professionell vorbereiteter Jahresabschluss schafft Klarheit und reduziert Überraschungen. Die frühzeitige Hochrechnung zeigt, wo Handlungsbedarf besteht, welche Unterlagen fehlen und wie sich Ergebnis, Steuern und Liquidität entwickeln könnten. Wer jetzt plant, kann wirtschaftlich sinnvolle Entscheide noch rechtzeitig prüfen und startet mit einer soliden Grundlage ins Jahr 2027.
Möchten Sie wissen, wo Ihr Unternehmen per Ende 2026 voraussichtlich steht und welche Massnahmen noch geprüft werden sollten? Die CM Treuhand GmbH unterstützt Schweizer KMU bei Hochrechnung, Jahresabschluss, Steuerplanung, Liquiditätsanalyse und Budgetierung für 2027.
Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Besprechung. Gemeinsam schaffen wir Klarheit und stellen die finanziellen Weichen für ein erfolgreiches 2027.
Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, worum es geht — wir antworten innerhalb eines Arbeitstages. Wenn es schneller gehen soll: +41 71 672 71 92, Montag bis Freitag von 08.00 bis 17.00 Uhr.
Kontakt