Ein Unternehmen aufzubauen braucht Mut, Ausdauer und unzählige Entscheidungen. Irgendwann kommt jedoch eine Entscheidung, die häufig schwieriger ist als viele andere: Wie soll es mit meinem Unternehmen weitergehen, wenn ich mich zurückziehe?
Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist weit mehr als der Verkauf von Aktien oder die Übergabe der Geschäftsführung. Sie betrifft das Vermögen der Unternehmerin oder des Unternehmers, die Familie, die künftige Führung, Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Banken und nicht zuletzt die Zukunft des Unternehmens selbst.
Deshalb lohnt es sich, eine Unternehmensnachfolge frühzeitig, ganzheitlich und professionell zu planen.
Für Unternehmerinnen und Unternehmer ist die eigene Firma selten nur eine finanzielle Beteiligung. Oft stecken Jahrzehnte an Arbeit, persönlichen Beziehungen und emotionaler Verbundenheit darin.
Die ersten Fragen sollten deshalb nicht lauten: «Wie hoch ist der Verkaufspreis?» oder «Wie kann ich Steuern sparen?»
Vielmehr geht es zunächst um die persönlichen Ziele:
Diese Entscheidungen bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte. Eine langfristige Vorbereitung ist wichtig, weil eine Firmenübertragung üblicherweise mehrere Jahre beansprucht.
Besonders anspruchsvoll kann eine familieninterne Nachfolge werden.
Was passiert beispielsweise, wenn eine Tochter das Unternehmen übernehmen möchte, zwei weitere Kinder jedoch nicht im Betrieb tätig sind? Wie lässt sich das Unternehmen übertragen, ohne andere Erben unangemessen zu benachteiligen? Und kann die Nachfolgerin den Kaufpreis beziehungsweise die Abgeltung anderer Ansprüche überhaupt finanzieren?
Für eine familieninterne Nachfolge braucht es deshalb nicht nur eine unternehmerische, sondern auch eine erbrechtliche, steuerliche und finanzielle Planung.
Wesentliche Voraussetzungen sind geeignete und übernahmewillige Personen innerhalb der Unternehmerfamilie, eine ausreichende finanzielle Basis zur Abgeltung anderer Erbansprüche sowie eine genügend frühzeitige Planung.
Während der bisherige Eigentümer häufig auf die Vergangenheit und das Geschaffene blickt, interessiert die Nachfolgeperson vor allem die Zukunft.
Sie möchte wissen: Kann dieses Unternehmen auch in fünf oder zehn Jahren erfolgreich sein?
Dazu sollten unter anderem folgende Themen beurteilt werden:
Gerade hier hat der Treuhänder eine wichtige Funktion. Aus Buchhaltung, Jahresabschlüssen, Steuerunterlagen, Liquiditätsentwicklung und Unternehmensplanung lässt sich ein wesentlich objektiveres Bild des Unternehmens entwickeln. Kaufinteressenten sollten vor einer Übernahme insbesondere die Geschäftsbücher und die finanzielle Gesundheit des Unternehmens genau überprüfen.
Einer der emotionalsten Punkte jeder Nachfolge ist häufig die Unternehmensbewertung.
Der bisherige Unternehmer sieht, was er über Jahrzehnte aufgebaut hat. Die Käuferin oder der Käufer betrachtet dagegen zukünftige Erträge, Risiken, Investitionen und die Frage, welcher Kaufpreis überhaupt finanzierbar ist.
Eine professionelle Bewertung sollte deshalb mehr sein als das Anwenden einer einzelnen Formel.
Je nach Unternehmen können beispielsweise Ertragswert, Substanzwert, Discounted-Cashflow-Betrachtungen oder marktbasierte Bewertungsansätze relevante Entscheidungsgrundlagen liefern.
Der rechnerische Unternehmenswert ist nicht automatisch der tatsächlich erzielbare Kaufpreis.
Die Unternehmensbewertung gehört zu den schwierigsten Schritten einer Firmenübertragung. Unterschiedliche Bewertungsmethoden dienen als Entscheidungs- und Verhandlungsgrundlage.
Eine Unternehmensnachfolge kann erhebliche steuerliche Auswirkungen haben. Welche Folgen entstehen, hängt stark von Rechtsform, Beteiligungsstruktur, Art der Transaktion sowie der persönlichen Situation der Beteiligten ab.
Deshalb sollten mögliche steuerliche Konsequenzen nicht erst geprüft werden, wenn der Kaufvertrag praktisch fertig ist.
Bei einer langfristigen Planung kann beispielsweise untersucht werden, ob die bestehende Unternehmensstruktur überhaupt nachfolgegerecht ist, ob nicht betriebsnotwendige Vermögenswerte vorhanden sind oder ob vorgängige Umstrukturierungen sinnvoll sein könnten.
Dabei ist stets eine individuelle Prüfung erforderlich. Was bei einem Unternehmen steuerlich sinnvoll ist, kann beim nächsten ungeeignet sein.
Ein Unternehmen kann wirtschaftlich gesund und attraktiv sein, doch wenn die Nachfolgeperson den Kaufpreis nicht finanzieren kann, funktioniert die Nachfolge trotzdem nicht.
Deshalb gehören Bewertung und Finanzierung zusammen.
Eigenmittel des Käufers, Bankfinanzierungen, Verkäuferdarlehen oder gestaffelte Übernahmen können je nach Situation Bestandteile einer Finanzierungslösung sein. Entscheidend ist, dass die Finanzierung auch nach der Übernahme tragbar bleibt und dem Unternehmen nicht die notwendige Liquidität für seine weitere Entwicklung entzieht.
Eine Unternehmensnachfolge spielt sich nicht nur zwischen Verkäufer und Käufer ab.
Mitarbeitende fragen sich, ob ihre Arbeitsplätze sicher sind. Kunden möchten wissen, ob ihre Ansprechpartner und die gewohnte Qualität bleiben. Lieferanten und Banken müssen Vertrauen in die neue Führung entwickeln.
Eine gute Nachfolgeplanung beinhaltet deshalb auch eine Kommunikationsstrategie.
Wann werden Mitarbeitende informiert? Wann wichtige Kunden? Wie wird die neue Geschäftsführung vorgestellt? Und wie lange begleitet der bisherige Eigentümer den Übergang?
Eine technisch perfekt strukturierte Transaktion reicht nicht aus, wenn dabei das Vertrauen der wichtigsten Menschen rund um das Unternehmen verloren geht.
Aus unserer Sicht sollte eine Nachfolge in mehreren miteinander verbundenen Schritten betrachtet werden:
| Schritt | Worum es geht |
|---|---|
| 1. Ziele definieren | Was möchten Unternehmer und Familie erreichen? |
| 2. Unternehmen analysieren | Finanzen, Organisation, Risiken, Verträge und Abhängigkeiten verstehen. |
| 3. Nachfolgefähigkeit herstellen | Das Unternehmen organisatorisch und finanziell so aufstellen, dass es übertragbar wird. |
| 4. Unternehmen bewerten | Eine nachvollziehbare Bandbreite für den Unternehmenswert ermitteln. |
| 5. Nachfolgemodell bestimmen | Familieninterne Nachfolge, Management-Buy-out, externe Übernahme oder andere Lösung beurteilen. |
| 6. Steuern, Recht und Finanzierung strukturieren | Die gewählte Variante fachübergreifend prüfen und umsetzen. |
| 7. Übergabe vorbereiten und begleiten | Verantwortung, Wissen, Beziehungen und Kommunikation schrittweise übertragen. |
Eine erfolgreiche Übergabe benötigt eine klare Strategie, einen Zeitplan sowie einen realistischen Unternehmenswert beziehungsweise Verkaufspreis.
Gerade bei einer Unternehmensnachfolge laufen viele Themen gleichzeitig zusammen.
Der Vorteil einer treuhänderischen Begleitung liegt darin, dass wir nicht nur die Transaktion betrachten. Wir kennen die Sprache der Buchhaltung, des Jahresabschlusses, der Steuern und der Unternehmensplanung und verstehen gleichzeitig die unternehmerischen Fragestellungen dahinter.
Gute Nachfolgeberatung bedeutet für uns deshalb auch, die richtigen Spezialisten zum richtigen Zeitpunkt einzubinden, etwa Steuerexperten, Rechtsanwälte, Notare oder Finanzierungspartner.
Das Ziel ist nicht einfach, eine Firma von A nach B zu übertragen.
Das Ziel ist eine Lösung, die für den bisherigen Eigentümer, die Nachfolgeperson und insbesondere für das Unternehmen langfristig funktioniert.
Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie Ihr Unternehmen in einigen Jahren weitergeführt werden soll? Oder gibt es bereits eine mögliche Nachfolgerin oder einen möglichen Nachfolger und Sie möchten wissen, wie die Übergabe strukturiert werden kann?
Dann lohnt es sich, frühzeitig Klarheit zu schaffen.
CM Treuhand begleitet Schweizer Unternehmerinnen, Unternehmer und KMU bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Unternehmensnachfolge. Von der Analyse der finanziellen Ausgangslage über Unternehmensbewertung, Nachfolge- und Transaktionsstruktur bis zur Koordination der steuerlichen und finanziellen Fragestellungen verstehen wir uns als persönlicher Sparringspartner an Ihrer Seite – im Rahmen unserer Unternehmensberatung.
Lassen Sie uns frühzeitig über Ihre Nachfolge sprechen. Denn die beste Unternehmensnachfolge beginnt nicht mit dem Kaufvertrag, sondern mit einer guten Planung.
Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, worum es geht — wir antworten innerhalb eines Arbeitstages. Wenn es schneller gehen soll: +41 71 672 71 92, Montag bis Freitag von 08.00 bis 17.00 Uhr.
Kontakt